Ökumenische Ecke

Ökumene ist wohl auch, aber eben nicht in erster Linie eine Angelegenheit von Kirchenspezialisten oder Gremien. Sie wird in vielen Bereichen und auf den unterschiedlichsten Ebenen gelebt: in konfessionsverbindenen Ehen und Familien, bei Konzerten und Gottesdiensten, die auch von Mitgliedern der "anderen" Konfession besucht werden, im Alltag von Schulen und in Be-trieben, wo immer sich Christen bewusst einbringen und zusammen wirken. Aber gemeinsame und bewusst "ökumenisch" gefeierte Gottesdienste bleiben ein Kern unseres gemeinsamen christlichen Lebenszeugnisses.

Die Ökumene vor Ort und auch in Untertürkheim lebt von alltäglichen Begegnungen und gemeinsamen Veranstaltungen. Dazu lädt Sie der Ökumenische Arbeitskreis der katholischen St. Johannesgemeinde und der Evang. Gesamtkirchengemeinde herzlich ein!

Die nächsten Termine

9. Juli: Die Kantorei singt im Gottesdienst von St. Johannes. Anschließend Kirchplatzhocketse.

Nachtcafé am 14. Juli fällt wegen Verhinderung von H. Weinhart aus und wird im Herbst nachgeholt.

16. Juli: Taizéandacht in der Wallmerkirche um 19 Uhr.

15. September: Nachtcafé: Mit Pfr. i.R. Martin Schmidt zum Thema: Dichterwort und Bibeltext - Über zwei Gedichte von Johannes Bobrowski und einen Text aus Joh. 16.

17. September: Ökumenischer Weinfestgottesdienst um 10 Uhr in der Untertürkheimer Kelter mit dem Posaunenchor des CVJM Untertürkheim und dem Ökumenischen Arbeitskreis.

Alle Nachtcafé-Termine finden im GZU, Warthstraße 16, gegenüber St.Johannes statt, immer um 19.30 Uhr.

Rückblick ökumenisches Nachtcafé mit Markus St. Bugnyar

Markus St. Bugnyar (geb.1975) ist seit 2004 amtierender Rektor des Österreichischen Pilger-Hospizes in Jerusalem. Als Verantwortlicher für die Akademie des Hospizes organisiert er interkulturelle Konzerte und wissenschaftliche Symposien. Er publiziert sukzessive zu Geschichte und Gegenwart der Pilgerherberge.

Das nur kurz zusammengefasst. Pfarrer Bugnyar lebt seit 2001 in Israel. Lebendig und spannend konnte er im Ökumenischen Nachtcafé erzählen über das Heilige Land und besonders über die Verhältnisse in Jerusalem. Der Bericht eines Menschen, der dort lebt und arbeitet, ist etwas völlig anderes als das, was wir aus den Medien erfahren. Sozusagen realitäts- und erfahrungsgesättigt. Der freundliche Empfang im GZU mit Hefekranz und Getränken und fröhlichem Geplauder machte uns bereit für einen Film über die Herberge. So wunderschön, mitten in der Altstadt an der Via Dolorosa gelegen, Aussicht auf den Felsendom und die ganze Stadt, mit Wiener Kaffee und herrlichen schattigen Innenhöfen, sehr großzügigen,architektonisch sehr beeindruckenden Räumlichkeiten und liebevoller Verpflegung,wäre man am liebsten sofort hingereist. Mit dem Flieger ist man ja ziemlich schnell dort. Überlegt euch, ob ihr nicht mal auf eine Pilgerreise nach Israel gehen wollt. Dies ist eine sehr gute Adresse!

Erfahren haben wir, wie es zu diesem Hospiz kam, was seine Aufgaben und Ziele sind. Vier Stadtteile prägen die Stadt, christlich, jüdisch, armenisch, muslimisch, natürlich mit jeweils verschiedenen religiösen Gruppierungen innerhalb der verschiedenen Religionen. Ein buntes Völkchen, das diese aufregende Stadt mit ca. 600 000 Bewohnern ausmacht. Die Geschichte, die Politik, die Konflikte, alles wurde lebendig vor uns ausgebreitet. Und - was uns am meisten erstaunte - von der Zwei-Staaten-Lösung redet dort keiner. Alles ist so miteinander verflochten, dass man sich nicht vorstellen kann, wie man das wieder auseinanderfusseln sollte.

Ich war 1981 in Israel als Studentin mit der Fachschaft Theologie. Wir haben Politiker, Schriftsteller, Künstler, Palästinenser (eine unserer Komilitoninnen war Palästinenserin und ihr Vater Bürgermeister einer Kleinstadt dort), Professoren der Uni Tel Aviv und Haifa, Christen, Juden (orthodox und liberal) Muslime und Armenier persönlich getroffen und mit ihnen in großer Offenheit diskutiert, immer an einer reich und liebevoll gedeckten Tafel. Mir scheint, es hat sich inzwischen nicht viel geändert und ich glaube es Herrn Bugnyar sofort, dass die Menschen dort sich eine Zwei-Staaten-Lösung nicht vorstellen können.

Es war ein sehr bereichernder, informativer Abend. Da Pfarrer Gälle das alles organisiert hat, sei auch ihm ganz herzlich gedankt. Ein bisschen war das ja auch eine schöne Vorbereitung auf die Pigerreise der Gesamtkirchengemeinde St.Urban im März 2018. Haben Sie Lust, mitzufahren? Sie können sich noch anmelden!

Elke Strackerjan