Gottesdienst 22.03.2020

Gottesdienst 29.03.2020

Gottesdienst Palmsonntag 05.04.2020

Gottesdienst Karfreitag

Gottesdienst Ostersonntag

Gottesdienst am Sonntag, 19. April 2020

Online-Gottesdienst Stadtkirche Stuttgart-Untertürkheim, 26.04.2020

Online-Gottesdienst Gartenstadtkirche Stuttgart-Luginsland, 03.05.2020

Online-Gottesdienst Stadtkirche Untertürkheim, 10.05.2020

Online-Gottesdienst Stuttgart-Rotenberg, 17.05.2020

Online-Gottesdienst Wallmerkirche Stuttgart-Untertürkheim, 07.06.2020

Online-Gottesdienst Dorfkirche Stuttgart-Rotenberg, 14.06.2020

Online-Gottesdienst Gartenstadtkirche, Stuttgart-Luginsland, 28.06.2020

„Der schöne Ostertag! Ihr Menschen, kommt ins Helle!

Christ, der begraben lag, brach heut aus seiner Zelle.“

(Evang. Gesangbuch, Nr. 117)

Liebe Mitglieder, Freundinnen und Freunde der Gartenstadtgemeinde,

 

vor einigen Jahren haben Schülerinnen und Schüler der Luginslandschule dieses beeindruckende Kreuz aus bunten Blumen in einem Schulgottesdienst vor den Osterferien gestaltet. Zunächst stand nur ein starres kreuzförmiges Drahtgerippe da. Traurig, trostlos und tot wirkte es. Im Gottesdienst haben wir uns dabei an den Leidensweg Jesu und an seinen schrecklichen Tod am Kreuz erinnert. Wer das Kreuz sieht, wird auch daran erinnert, dass Menschen bis heute leiden und anderen Leid zufügen. Die letzten Wochen, in denen sich ein neuer Virus über die ganze Erde ausgebreitet hat, haben uns mit unterschiedlichsten Formen menschlichen Leidens konfrontiert: Dem Leiden schwer erkrankter Menschen, die um Atem ringen mussten. Dem Leid einer wachsenden Zahl von Menschen, die um einen am Virus verstorbenen Angehörigen trauern. Den Sorgen und Mühen des Krankenhauspersonals, immer mehr Patient*innen versorgen zu müssen. Und der sicher noch wachsenden Einsamkeit vieler älterer Menschen, die in ihren Wohnungen für einige Zeit auf sich gestellt und isoliert sind. Auch wenn wir die medizinische Notwendigkeit einsehen: Dass Gottesdienste verboten und Gemeinderäume geschlossen sind, dass Menschen sich nicht mehr begegnen können und auf Distanz zueinander gehen müssen, ist das Gegenteil von dem, für was wir uns als Kirche einsetzen. Wir müssen das in diesen Tagen erst noch lernen: Den Nächsten nahe zu sein, ohne sie zu gefährden! Und reale, leibliche Sozialkontakte auf Null zu fahren und gleichzeitig Kontakt untereinander zu halten. Es ist mir in den letzten Tagen sehr schwergefallen, über den Hof eines menschenleeren Gemeindezentrums zu gehen, keine Kindergartenkinder fröhlich lärmen zu hören oder einer Gruppe junger Leute zu begegnen, mit denen man sich unterhalten konnte. Aber dann habe ich die Nachrichten gesehen: Menschen in Italien und Spanien, die die Tristesse der Ausgangssperre durch ihren Beifall für die Pflegekräfte, durch ihre Musik und ihren Gesang von Balkonen und Fenstern unterbrochen haben. Von unseren Kinderkirchmitarbeiter*innen habe ich einen Kindergottesdienst zugeschickt bekommen, den sie als Video für ihre Kinder phantasievoll vorbereitet und aufgenommenen haben. Jugendliche boten ihre Hilfe für Einkaufsgänge an. Nähbegeisterte fertigen aus Stoff den raren Mundschutz für Heime. Der alte Nachbar wird täglich angerufen. Und jeden Abend um 19 Uhr brennt eine Kerze im Fenster, ein Lied wird gesungen oder ein Gebet gesprochen. Es scheint zu gelingen: Dass wir in dieser Krise lernen, uns gezwungenermaßen körperlich fern zu halten und doch einander menschliche Nähe zeigen!

 

Da ist mir der Schulgottesdienst wieder eingefallen. Denn das an Tod und Leiden erinnernde Kreuz aus Draht hat sich während der Feier verwandelt. Mitgebrachte Blumen wurden in den Draht gesteckt. Sie sollten an all das erinnern, was wir dem Leben Jesu und seiner Person verdanken: An seine Worte und Taten, die Menschen getröstet und ermutigt haben, die ihnen die Angst vor dem Leben genommen und sie miteinander versöhnt haben. Und so ist das Osterkreuz entstanden: Hoffnungsvoll, bunt und fröhlich. Erstaunt stellte ein Schüler fest: „Mensch, das Kreuz ist ja gar kein Friedhofszeichen mehr.“ Recht hat er. Dazu wäre das Kreuz auch zu schade. Von Ostern, von der Auferstehung her, ist es ein Zeichen des Sieges über den Tod, dem wir nicht länger das letzte Wort über unser Leben zu überlassen brauchen. Und für uns in anstrengenden und schweren Zeiten ist das Kreuz eine Ermutigung, unserem Glauben und unserem Gott etwas zuzutrauen und füreinander da zu bleiben.

 

Bleiben Sie also wohlauf und behütet – wünscht Ihnen

 

Ihre Gartenstadtgemeinde und

 

 Ihr Pfarrer Reinhard Mayr