Miss you!

Meisterhaft eingefangen hat der Rotenberger Kirchengemeinderat Marcus Berner einen Moment der Trauer der Rotenberger Kirche, der eine ehrlich geweinte Träne die Turmbacke herunter rinnt. So haben wir uns überall in den Gemeinden gefühlt während der letzten eineinhalb Wochen. Denn auch in der Gartenstadtgemeinde mussten wir in rasantem Tempo alles nacheinander einstellen, wofür unsere Kirchengemeinde steht: Gottesdienste – untersagt! Unsere Begegnungsstätte – geschlossen! Unser Kindergarten – zugemacht! Unsere Gruppen und Kreise – Versammlungsverbot! Der Schaukasten: eine traurig-öde Fläche: Keine Konzerte, keine Treffen, nur Absagen.

Und das Schlimmste: Dieses auf Distanz gehen müssen zu seinen Mitmenschen! Die Umarmung, der Handschlag zur Begrüßung unterbleiben, denn sie können krank machen! Statt Menschen miteinander zu verbinden, ist jetzt sich das Fernhalten und auf Distanz gehen angesagt.

Zum Heulen – ja. Und doch sind wir in der derzeitigen globalen Viruspandemie gerade als Christen dazu aufgefordert, alles zu tun, die rasante Ansteckungsgeschwindigkeit abzubremsen, die steile Kurve der Neuinfektionen zu verkleinern und einen Kollaps des Gesundheitssystems zu vermeiden. Unsere Sorge gilt den Alten und Kranken, die in der aktuellen Situation besonders gefährdet sind. „Alle eure Dinge lasst in der Liebe geschehen“, fordert Paulus die Gemeinde in Korinth am Ende seines Briefes auf (1. Korinther 16,4). Die Liebe ist der Maßstab unseres Handelns – und dafür müssen wir in dieser sehr brisanten globalen Krise unseren Beitrag leisten.

Aber kein Grund zum Weinen, liebe Kirche. Denn wir haben doch eine 2000jährige Erfahrung, Menschen durch Krisen und Nöte hindurch mit Herz, Phantasie und Liebe zur Seite zu stehen! Dieser Erfahrung können wir etwas zutrauen bei allem, was in der nächsten Zeit auf uns zu kommt.

Gott segne unser Tun und Lassen

 

Ihr Pfarrer Reinhard Mayr